Woyzeck

Viel Lärm um Nichts

Das Fest
Die Brücke
Liebe, Tod und
Leidenschaft
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Die Brücke

Leele möchte alt werden, als Mütterchen auf einer Bank sitzen und die jungen Leute beobachten, die sich nicht trauen, das zu tun, was man tun sollte, weil sie glauben, noch alles vor sich zu haben, alle Zeit dieser Welt.
Aber Leele kann nicht alt werden, denn sie ist unheilbar krank.

Und deshalb tut sie das, was sie tun sollte. Auf einer Brücke trifft sie Sten, einen jungen Arzt, in den sie sich im Krankenhaus von ferne verliebt hat. Sie glaubt, das Treffen arrangiert zu haben, doch Sten ist zufällig dort. Unerfahren in der Liebe, aber voller Sehnsucht nach echter Nähe, plaudert Leele drauf los und öffnet sich Sten dabei nach und nach. Ihr Reden ermutigt den schüchternen jungen Mann schließlich, ihr seine Liebe zu gestehen. Beide wissen, dass ihnen nur noch wenig Zeit miteinander bleibt, und genau deshalb erknnen sie deren Kostbarkeit.

Zeit ist nicht mehr von Bedeutung für sieben Personen, die unterdessen in einer Art Wartesaal zwischen Leben und Tod zusammenkommen. Sie befinden sich dort, weil sie in ihrem Leben keine Liebe finden konnten. „Wir hier wissen alle nichts von der Liebe“, sagt Knaut, der selbst ernannte Sprecher der Gruppe. Er und seine Leidensgenossen kämpfen um eine neue Chance, kennen dafür jedoch nur jenes Mittel, das einst ihr Verhängnis war: Mit den anderen immer nur zu spielen. In grotesken Spielen versuchen sie immer wieder vergeblich, einen Ausweg aus ihrem vergangenen Leben zu finden und aus vertrackten Beziehungsritualen auszubrechen.

Ais diesem Wartesaal unternehmen die schicksalhaft aneinander Geketteten Ausflüge zu dem jungen Paar auf der Brücke. Sie glauben, aus Erfahrung klug geworden zu sein, und wollen dem Glück der beiden Liebenden nachhelfen.

Das Stück „Die Brücke“ des heute 42-jährigen estnischen Autors Jaan Tätte zeigt ein Spiel zwischen Leben und Tod, über Liebe und verpasstes Leben. Es wurde im Jahr 2000 in Tallinn uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung fand 2002 am Stuttgarter Schauspielhaus statt.

Es war dem Theater Augenschein ein große Ehre zu ihrer Derniere die in Berlin lebende Übersetzerin des Stücks zu Gast zu haben.